Warum das Abhaken scheitert, nicht die Gewohnheit
Der Weg zur App ist oft länger als die Gewohnheit selbst.
Die App zu öffnen ist die eigentliche Hürde
Entsperren, suchen, richtige Gewohnheit finden, eintragen. Fünf Schritte für etwas, das zwei Sekunden gedauert hat. Bei ADHS ist genau dieser Weg die Stelle, an der es abreißt.
Am Ort der Gewohnheit denkst du nicht an die App
Vor der Tablettendose denkst du an die Tablette. Die App fällt dir drei Stunden später ein, wenn du nicht mehr weißt, ob du sie genommen hast.
Nachträglich eintragen ist geraten, nicht erfasst
Abends aus dem Gedächtnis nachpflegen erzeugt Daten, denen du selbst nicht traust. Und es fühlt sich nach Hausaufgabe an.
Ein Gegenstand, der für eine Gewohnheit steht
Der Anker sitzt dort, wo die Gewohnheit sowieso stattfindet. Er erinnert nicht, er ist einfach da.
NFC-Sticker, von der App selbst beschrieben
Du gibst dem Sticker einen Namen und legst fest, was ein Antippen einträgt. Dann hältst du das iPhone dran, und die App schreibt den Link darauf. NTAG213 oder größer reicht, das sind die üblichen aus dem Zehnerpack.
QR-Codes zum Ausdrucken
Ganzseitig oder als Raster in 3 × 3 und 5 × 5 cm, wahlweise mit dem Namen der Gewohnheit unter jedem Code. Ausschneiden, aufkleben, fertig.
Fester Wert oder Rückfrage
Ein Anker kann eine feste Intensität eintragen oder beim Antippen fragen, wie es lief. Die Tablette ist genommen oder nicht. Sport kommt in Stufen vor.
Fremde Codes mitbenutzen
Der Barcode auf der Tablettenpackung, die Karte vom Fitnessstudio, das Badge von der Konferenz. Einmal scannen, einer Gewohnheit zuordnen, ab dann zählt er.
So läuft ein Antippen ab
Der Sticker trägt eine ganz normale Webadresse, keinen App-internen Code. iOS zeigt beim Antippen eine Mitteilung, die du antippst, und der Check-in ist drin. Das ist ein Schritt mehr als man erwartet, und daran kann ich nichts ändern: iOS liest Sticker im Hintergrund nur so. Wer die Mitteilung loswerden will, legt einmalig eine Kurzbefehle-Automation an. Die Anleitung steht in der App, Schritt für Schritt. Anlegen darf sie nur ein Mensch, keine App.
Was ein Anker nicht kann
Er nimmt dir das Handeln nicht ab. Der Brief wird nicht von selbst geöffnet, die Tablette nicht von selbst genommen. Ein Anker verkürzt nur den Weg zwischen Tun und Eintragen auf eine Berührung. Und er braucht ein iPhone, das NFC im Hintergrund liest, also ein iPhone XS oder neuer. Ältere Geräte, und alle die lieber gar nichts kleben wollen, nehmen den QR-Code oder tragen weiter in der App ein.
Der Sticker gehört dir, nicht der App
Ich sperre beschriebene Sticker bewusst nicht. Gesperrt wäre eine Einbahnstraße auf einem Gegenstand, den du gekauft hast: eine andere Gewohnheit ginge nie wieder drauf, und ein vertippter Wert macht ihn zu Müll. Du kannst jeden Sticker jederzeit neu beschreiben, auch mit einer anderen App. Und weil eine echte Webadresse darauf steht, führt ein Antippen auch auf einem Android-Telefon oder einem iPhone ohne die App zu einer Seite, die erklärt, worum es geht.
Ein Anker verrät nichts nach außen
Auf dem Sticker steht eine Kennung für eine Gewohnheit, sonst nichts. Kein Name, keine Daten, kein Konto. Was du einträgst, bleibt auf deinem Gerät, und niemand erfährt, wann du an deiner Tablettendose warst.